Arbeitsrechtslexikon

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Formfehler mit Folgen: BAG erklärt Kündigungen bei Massenentlassungen für unwirksam

Formfehler mit Folgen: BAG erklärt Kündigungen bei Massenentlassungen für unwirksam BAG, Urteile vom 1. April 2026 – 6 AZR 152/22 und 6 AZR 157/22 Das Bundesarbeitsgericht hat seine Rechtsprechung zur Massenentlassung weiter geschärft und die Anforderungen an Arbeitgeber deutlich konkretisiert: Kündigungen sind unwirksam, wenn eine erforderliche Massenentlassungsanzeige gar nicht erstattet wird oder wenn sie zu […]

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Freistellung nach Kündigung: BAG setzt enge Grenzen für Standardklauseln im Arbeitsvertrag

BAG, Urteil vom 25. März 2026 – 5 AZR 108/25 Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass eine formularmäßige Freistellungsklausel, die dem Arbeitgeber nach Ausspruch einer Kündigung ein einseitiges Recht zur bezahlten Freistellung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist einräumt, unwirksam ist. Nach Auffassung des Gerichts benachteiligt eine solche Klausel Arbeitnehmer unangemessen im Sinne von § 307 Abs. […]

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Kopplungsklausel kann auch befristeten Geschäftsführervertrag vorzeitig beenden

Mit Urteil vom 01.12.2025 – 8 U 93/24 – hat das OLG Hamm entschieden, dass eine Kopplungsklausel in einem befristeten Geschäftsführervertrag wirksam sein kann, wenn die Rechtsfolgen klar erkennbar sind, auf § 622 BGB Bezug genommen wird, beiden Seiten ein gleichwertiges Recht zur vorzeitigen Beendigung eingeräumt wird und der Vertrag eine angemessene Kompensation für den […]

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Öffentliche Zustellung von Kündigungen – letzter Ausweg für Arbeitgeber

Arbeitgeber stehen in der Praxis immer wieder vor der Situation, dass eine Kündigung zwar ausgesprochen werden soll, der Arbeitnehmer jedoch unter der bekannten Anschrift nicht erreichbar ist oder die Entgegennahme der Kündigung gezielt verhindert. In solchen Fällen stellt sich die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Kündigung noch wirksam zugestellt werden kann. Die öffentliche […]

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Krankmeldung ohne Arztkontakt kann zur Kündigung führen

Das LAG Hamm (14 SLa 145/25) hat jüngst entschieden, dass die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber, welche ohne Arztkontakt erging, als arglistige Täuschung einen wichtigen Grund zum Ausspruch einer fristlosen Kündigung darstellen kann. Was ist passiert? Ein Mitarbeiter hat bei seinem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht, welche er von einem Onlinearzt erhalten hat, nachdem er einen […]

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Wartezeitkündigung schwerbehinderter Arbeitnehmer – kein Präventionsverfahren erforderlich

Das Bundesarbeitsgericht hat in einem aktuellen Urteil (Az. 2 AZR 178/24) entschieden, dass ein Arbeitgeber bei einer Kündigung innerhalb der Wartezeit kein Präventionsverfahren nach § 167 Abs. 1 SGB IX durchführen muss – selbst wenn der Arbeitnehmer schwerbehindert ist. Damit bestätigt das BAG seine bisherige Rechtsprechungslinie und erteilt abweichenden Auffassungen der Instanzgerichte eine klare Absage. […]

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Annahmeverzugslohn – Entwicklungen zur Anrechnung böswillig unterlassenen Verdienstes

Wird eine Kündigung vom Arbeitsgericht für unwirksam erklärt, besteht das Arbeitsverhältnis über die Kündigungsfrist hinaus fort. Beschäftigt der Arbeitgeber den Arbeitnehmer während des Kündigungsschutzprozesses nicht (weiter), gerät er in Annahmeverzug und ist gem. § 615 S.1 BGB zur Zahlung des Annahmeverzugslohns verpflichtet. Ein den Annahmeverzug begründendes tatsächliches oder wörtliches Angebot ist dabei meist entbehrlich, da […]

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Verdachtskündigung – Die Anhörung des Arbeitnehmers

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Wenn der Fahrkartenkontrolleur zum Friseur geht: Arbeitszeitbetrug, Detektive und datenschutzrechtliche Fallstricke

Manche Mitarbeitende nehmen das Konzept der „Work-Life-Balance“ allzu wörtlich – und legen den Arbeitsschwerpunkt kurzerhand auf das „Life“. So auch ein Fahrkartenkontrolleur, der lieber zum Friseur als zur Fahrgastkontrolle ging. Das LAG Köln hatte darüber zu entscheiden, ob der Arbeitgeber nicht nur kündigen durfte, sondern auch die saftigen Detektivkosten erstattet bekommt – und bestätigte beides. […]

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Sperrzeit beim Arbeitslosengeld: Das muss beachtet werden

Zur Ausgangslage In der arbeitsrechtlichen Praxis werden die Verhandlungen über einen Aufhebungsvertrag häufig u.a. durch die Besorgnis des Mitarbeitenden dahingehend beeinflusst, ob die Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages Konsequenzen hinsichtlich seines Anspruchs auf Arbeitslosengeld I (ALG I) haben könnte. Durch einen Aufhebungsvertrag wird das Arbeitsverhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer einvernehmlich beendet. Für den Arbeitgeber ist dies insofern […]

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Unwirksamkeit der Kündigung eines schwerbehinderten Arbeitnehmers in der Wartezeit

Erstinstanzliche Entscheidungen zweier Arbeitsgerichte (Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 20.12.2023 – 18 Ca 3954/23, und Arbeitsgericht Freiburg, Urteil vom 04.06.2024 – 2 Ca 51/24) haben jüngst für Unsicherheiten bei der Kündigung eines schwerbehinderten Arbeitnehmers in der sechsmonatigen Wartezeit des Kündigungsschutzgesetzes geführt. In den ersten sechs Monaten des Arbeitsverhältnisses genießt ein Arbeitnehmer keinen allgemeinen Kündigungsschutz; auch der […]

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Kündigung aufgrund der Weigerung zum Tragen einer roten Arbeitshose

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Begriff

Änderungskündigung

Für Arbeitgeber ist es nicht möglich, einzelne Teile des Arbeitsvertrages zu kündigen. Beispielsweise kann der Arbeitgeber nicht „lediglich“ ein im Arbeitsvertrag festgeschriebenes Weihnachtsgeld aufkündigen. Für eine solche Änderung bedarf es der Zustimmung des Arbeitnehmers.

Sofern der Arbeitnehmer einer derartigen Änderung jedoch nicht freiwillig zustimmt, so verbleibt dem Arbeitgeber die Möglichkeit der Änderungskündigung.

Eine Änderungskündigung ist dadurch charakterisiert, dass einerseits das bestehende Arbeitsverhältnis gekündigt wird, der Arbeitgeber aber gleichzeitig anbietet, das Arbeitsverhältnis ohne zeitliche Unterbrechung zu geänderten Bedingungen fortzuführen.

Nimmt der Arbeitnehmer das Angebot nicht an, so verbleibt es bei der Kündigung des gesamten Arbeitsverhältnisses.

Kündigungsschutz gilt auch für Änderungskündigungen

Fällt der Arbeitnehmer unter das Kündigungsschutzgesetz, so ist auch bei einer Änderungskündigung ein Kündigungsgrund erforderlich. Entsprechend können Änderungskündigungen auf folgenden Sachverhalten basieren:

  • Personenbedingte Änderungskündigung

Der Arbeitgeber kündigt krankheitsbedingt und bietet in diesem Zuge die Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu geänderten Bedingungen oder an einem anderen leidensgerechten Arbeitsplatz an

  • Verhaltensbedingte Änderungskündigung

Die Kündigung erfolgt aufgrund von Fehlverhalten, der Arbeitgeber bietet dennoch die Fortführung des Arbeitsverhältnisses auf einem anderen Arbeitsplatz an

  • Betriebsbedingte Änderungskündigung

Die Kündigung erfolgt aufgrund des Wegfalls des Arbeitsplatzes, der Arbeitgeber bietet im Zuge der Änderungskündigung einen anderen Job zu geänderten Bedingungen an.

Eine außerordentliche Änderungskündigung kommt bei einigen besonders geschützten Arbeitnehmergruppen in Betracht, bei denen die ordentliche Kündigung ausgeschlossen ist.


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  • Lukas Süpner, Tom Kienast, Markus Weron u.v.m.

Annahme unter Vorbehalt

Arbeitnehmer haben bei Änderungskündigungen grundsätzlich die Möglichkeit diese unter Vorbehalt anzunehmen. Parallel zur Annahme der Änderungskündigung erfolgt dann ein Kündigungsschutzprozess gegen die Änderungskündigung (Änderungsschutzprozess). Gewinnt der Arbeitgeber den Prozess, so wird das Arbeitsverhältnis basierend auf den Bedingungen der Änderungskündigung fortgesetzt, verliert der Arbeitgeber den Prozess, so wird das Arbeitsverhältnis basierend auf den Bedingungen des ursprünglichen Arbeitsvertrages fortgeführt.

Der Arbeitnehmer hat drei Wochen Zeit nach Zugang der Kündigung eine Kündigungsschutzklage bei Gericht einzureichen. Sofern der Arbeitnehmer die Änderung unter Vorbehalt annehmen, so muss er dies innerhalb von drei Wochen gegenüber dem Arbeitgeber geltend machen. Arbeitgeber können den Annahmezeitraum nicht wirksam durch eine kürzere Frist als die oben beschriebene 3-Wochen-Frist verändern.

Aus rechtlicher Sicht hat die Änderungskündigung Vorrang vor einer Beendigungskündigung, da sie ein milderes Mittel darstellt.